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Ausrüstung eines Ritters

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John William
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Charakter Eigenschaften
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Ausrüstung eines Ritters

Beitrag von John William am Fr Apr 01, 2016 1:08 am

Da viele ein falsches Bild von der Ausstattung eines Ritters im Hochmittelalter haben hier eine Auflistung der Gegenstände die ein Ritter im Hochmittelalter hatte und haben durfte. Zurück greifen tue ich auf die Schriftliche Quelle des Templer Ordens da die Ausrüstung eines Ritters dort in den Ordensregeln verankert ist.


Der Gambeson

Der Gambeson oder wattierte Waffenrock wurde unter dem Kettenhemd getragen.
Hierbei handelt es sich um ein gestepptes Kleidungsstück, das wie eine Tunika geschnitten ist und bis zu den Knien geht. Es ist mit Wolle bzw. Hanf oder Flachs gefüttert. Eine andere Variante wäre mehrere Schichten Leinenstoff übereinander, die dann abgesteppt sind. Eine zweite wären mehrere Wollstoffschichten, die von Leinen umgeben sind und ebenfalls abgesteppt werden.





Das Kettenhemd

Die eigentliche Bezeichnung für das Kettenhemd ist Haubert oder Halsberc, es war ein knielanges Hemd bestehend aus ca. 30 - 46.000 Eisenringen. Diese Ringe waren im so genannten 4 in 1-Muster angeordnet, d.h. 1 Ring hält 4 andere Ringe zusammen.
Entweder waren alle Ringe vernietet, d.h. die Enden des Eisenringes wurden durch einen kleinen Eisenstift zusammengehalten oder jede Reihe von Ringen war abwechselnd vernietet oder verschweißt.


Das Gewicht eines solchen Kettenhemdes ohne Kettenhaube lag bei ungefähr 12 kg.
Im Gegensatz zu den Kettenhemden des 11. Jahrhunderts war es langarmig und hatte angesetzte Kettenfäustlinge. Diese Fäustlinge hatten Leder an der Handfläche. Im Bereich des Handballens war ein Schlitz, damit der Ritter in Kampfpausen die Hand herausnehmen konnte.


Die Kettenhaube, im mittelhochdeutschen auch hersenier genannt, befand sich meist fest an dem Kettenhemd, was man z.B. auf etlichen Grabplatten sehen kann.
Erst ab der Mitte des 13. Jahrhunderts war die Kettenhaube separat vom Kettenhemd. Hierbei war der Kragen der Kettenhaube in Westeuropa rund, wohingegen er in Deutschland einen rechteckigen Brust- und Rückenlatz haben konnte. Diesen sieht man z.B. an der Statue des hl. Mauritius, die sich im Magdeburger Dom befindet oder auf obrigem Bild aus dem Mainzer Evangeliar.
Eine separate Kettenhaube mit rundem Kragen sieht man z.B. an dem Grabdenkmal von Robert de Vere, dem Earl of Oxford, das sich in der Kirche von Halfield Broad Oak (England) befindet.
Die Kettenhaube hatte meistens einen zu öffnenden Schutz des Kinns und der Mundpartie, das so genannte Ventail. Dieser Schutz war meist auf einer Seite geschlossen und konnte auf der anderen Seite mit einem Haken zugemacht werden.
Unter der Kettenhaube wurde eine Polsterhaube, auch batwât oder gupfe genannt, getragen.

Die Kettenbeinlinge waren ebenfalls aus Kettengeflecht bestehende Beinlinge mit einem Fußteil.
Das Kettengeflecht ging bis zur Mitte der Oberschenkels.
Darunter befand sich anscheinen keine weitere Polsterung, denn an den mir bekannten Abbildungen und Grabplastiken sieht es nicht so aus, als würde sich darunter noch eine Polsterung befinden. Natürlich könnten solche Darstellungen auch stilisiert sein.
Diese Kettenbeinlinge wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit an einem separaten Gürtel festgebunden. Eine Befestigung an dem Brucheband halte ich wegen dem Gewicht von ca. 2,5 kg pro Hosenbein für unwahrscheinlich.
Da die Templerregel auch einen kleinen Gürtel erwähnt, der über dem Hemd getragen wurde, halte ich es für möglich, dass dieser dazu diente als Halterung für die Kettenbeinlinge zu dienen.
Wie Bildbelege zeigen, konnte das Kettengeflecht der Kettenbeinlinge zirkulär um das Bein gehen, es konnte aber auch hinten offen und mit Lederriemen zugebunden sein, wie es im 12. Jahrhundert üblich war.


Der Helm

Im 13. Jahrhundert wurden Topfhelme verwand, die anfangs oben flach waren. Das Gesicht wurde hierbei durch eine Gesichtplatte geschützt. Das Aussehen eines solchen Helmes sieht man u.a. auf den Miniaturen von Matthew Paris, welche die beiden Templer auf einem Pferd zeigen. Diese Zeichnungen stammen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und stammen aus der Chronica majora bzw. der Historia Anglorum.


Der Schild

Im 13. Jahrhundert waren Schilde in Dreieckform üblich.
Gut zu sehen ist diese Schildform auf der Miniatur von Matthew Paris aus der Chronica Majora der beiden Templer auf einem Pferd. Die obere Kante des Schildes ist flach und läuft dann nach unten leicht gewölbt spitz zu. Die Höhe des Schildes geht nur noch von der Schulter bis zur Hüfte. Auch sieht man auf den Fresken in der Templerkirche von Perugia (Italien) gut die Schildform. Die Seiten der hier gezeigten Form gehen bis zur Mitte des Schildes senkrecht nach unten und erst dann geht der Schild zur Spitze hin zu.


Das Schwert

Im 13. Jahrhundert wurde meistens den Scheibenknauf verwendet, wie man z.B. in Darstellungen der Maciejowski-Bibel oder auf Grabplatten sieht.


Der Dolch

Bei dem Dolch dürfte es sich um einen zweischneidigen Dolch mit spitz zulaufender Klinge oder um ein einschneidiges Dolchmesser gehandelt haben.
Die Klingenlänge war hierbei ca. 30 cm.
Der zweischneidige Dolch hatte eine längere Klinge, von ca. 42 cm.
So ein Dolch konnte eine kurze Parierstange haben, wie man in der Maciejowski-Bibel sehen kann. Auch konnte er einen Knauf, ähnlich dem eines Schwertes haben.


Die Lanze

Die Lanze war die Hauptangriffswaffe eines Ritters. Sie war ca. 3 Meter lang und war aus Eschen oder Eibenholz. Auf ihr war eine zweischneidige Spitze von ca. 5 cm Breite und ca. 15 cm Länge.
Wie man auf Darstellungen des 12. und 13. Jahrhundert sehen kann befand sich an diesen Lanzen kein Handschutz.


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Wir werden alle sterben. Haltet euch bereit!
Die Zeichen sind eindeutig, bald ist es soweit.
vielleicht beim Zähneputzen, vielleicht beim Abendbrot,
doch irgendwann passiert es, dann sind alle tot.

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